Studiensteckbrief Schnauber-Stockmann & Naab (2019)
Schnauber-Stockmann, A. & Naab, T. K. (2019). The process of forming a mobile media habit: Results of a longitudinal study in a real-world setting. Media Psychology, 22(5), 714 742. https://doi.org/10.1080/15213269.2018.1513850
Abstract der Autor:innen
Media habits are central constructs in audience research. Yet, little is known about the formation of (media) habits. Based on theoretical elaboration and the results of a longitudinal study on the formation of a mobile media application habit – specifically the smartphone application of the Union of European Football Associations for the European soccer championship 2016 – in a real-world setting, this article develops a comprehensive framework of media habit formation. The framework focuses on the core process of habit formation: Habits form with (regular) repetition of a behavior in a specific context that is perceived as rewarding. Yet, the findings of the study show that regularity in behavior performance and stable external circumstances are less crucial for the formation of a mobile media habit. Instead, gateway behaviors are proposed as relevant context features for the formation of mobile media habits.
Open Science
❌ Präregistrierung
❌ Open Data/Materials
Forschungsfragen und Hypothesen
Within-Person-Level:
H1a: Die Gewohnheitsstärke nimmt mit der Anzahl der Wiederholungen des Verhaltens zu.
H1b: Der Zusammenhang zwischen der Anzahl der Wiederholungen und der Gewohnheitsstärke ist nicht linear, sondern verlangsamt sich mit der Anzahl der Wiederholungen.
RQ1: Wird die Gewohnheitsentwicklung beeinflusst, wenn das Verhalten tageweise nicht ausgeführt wird?
H2a: Die Gewohnheitsstärke nimmt zu, wenn das Verhalten in einem stabilen Kontext ausgeführt wird.
H2b: Die Kontextstabilität verstärkt den Zusammenhang zwischen der Gewohnheitsstärke und der Anzahl der Wiederholungen.
H3a: Die Gewohnheitsstärke nimmt zu, wenn das Verhalten als lohnend empfunden wird.
H3b: Die wahrgenommene Belohnung verstärkt den Zusammenhang zwischen Gewohnheitsstärke und der Anzahl der Wiederholungen.
Studiendesign und Feldzeit
Tägliches Tagebuch – Während der Feldzeit füllten die Teilnehmer:innen täglich am Abend (selbstausgelöst) ein Protokoll zur Nutzung einer App (siehe „Besonderheiten“) aus.
Feldzeit: 30 Tage (Dauer der Fußball-Europameisterschaft 2016, siehe „Besonderheiten“)
Technische Aspekte
Die Studie wurde als Paper&Pencil-Studie durchgeführt.
Teilnehmer:innen
Zielgruppe: Studierende (51 % weiblich; MAlter = 21,18, SD = 2,06)
Erhebungsland: Deutschland
Rekrutierung: durch Kursteilnehmer:innen in einem Befragungskurs
Strategie der Stichprobenziehung: Convenience Sample
Fallzahlen
Begründung der Stichprobengröße: Über die nötige Anzahl an Messzeitpunkten für das gewählte Auswertungsverfahren.
Personenstichprobe: 51 (nach Bereinigung)
Situationsstichprobe: Von den 1.530 möglichen (51 Teilnehmende, 30 Tage) wurden 1.162 Protokolle ausgefüllt (Compliance 76 %).
Protokoll
Ausfülldauer: keine Angaben
Anzahl Fragen/Items: keine Angaben
Zentrale Variable(n):
Nutzung der App (ja/nein, wenn ja: wie oft und wie lange)
Kontextstabilität der Verhaltensausführung
Empfundene Belohnung als Single-Item
Gewohnheitsstärke als Vier-Item-Kurzskala
Briefing und Motivation der Teilnehmer:innen
Briefing: Die Rekrutierer:innen brieften die Teilnehmer:innen persönlich. Im Rahmen des Briefings unterstützten die Rekrutierer:innen bei der Installation der UEFA-Euro-App 2016 (siehe „Besonderheiten“) und erläuterten den Ablauf der Studie.
Betreuung während der Feldzeit: Die Teilnehmer:innen wurden regelmäßig von den Rekrutierer:innen kontaktiert, um Hilfe bei Unklarheiten anzubieten und generell die Motivation hochzuhalten.
Incentivierung: Die Teilnehmer:innen erhielten kein Incentive.
Ethikvotum und Informed Consent
🔲 Ethikvotum: keine Angaben
🔲 Informed Consent: keine Angaben
Datenaufbereitung
Berechnung der Anzahl an Wiederholungen (Aufsummieren aller vorangegangener Tage, an denen die App genutzt wurde)
Berechnung der Anzahl an vorherigen Verhaltensauslassungen (Aufsummieren der vorangegangenen Tage, an denen die App am Stück nicht genutzt wurde)
Summenindex der Gewohnheitsskala
Auswertung
Deskriptive Analysen
Mehrebenenanalysen
Ergebnisse
✅ H1a: Die Gewohnheitsstärke nimmt mit der Anzahl der Wiederholungen des Verhaltens zu.
✅ H1b: Der Zusammenhang zwischen der Anzahl der Wiederholungen und der Gewohnheitsstärke ist nicht linear, sondern verlangsamt sich mit der Anzahl der Wiederholungen.
- RQ1: Auslassungen führen zu einem kurzfristigen Rückgang der Gewohnheitsstärke, dieser Effekt lässt jedoch innerhalb von drei Tagen nach.
❌ H2a: Die Kontextstabilität hat keinen Einfluss auf die Entwicklung der Gewohnheitsstärke.
❌ H2b: Die Kontextstabilität verstärkt nicht den Zusammenhang zwischen der Gewohnheitsstärke und der Anzahl der Wiederholungenn
✅ H3a: Die Gewohnheitsstärke nimmt zu, wenn das Verhalten als belohnend empfunden wird.
✅ H3b: Die wahrgenommene Belohnung verstärkt den Zusammenhang zwischen Gewohnheitsstärke und der Anzahl der Wiederholungen.
Besonderheiten
Das Ziel war, die Gewohnheitsentwicklung für ein neuartiges Mediennutzungsverhalten zu untersuchen. Die Teilnehmer:innen wurden daher gebeten, die zu diesem Zeitpunkt neue UEFA-Euro-App 2016 zu installieren und diese für die Feldzeit zu nutzen, die mit der Dauer der Fußball-Europameisterschaft 2016 zusammenfiel.