Studiensteckbrief Klingelhoefer et al. (2024)

Klingelhoefer, J., Gilbert, A. & Meier, A. (2024). Momentary motivations for digital disconnection: An experience sampling study. Journal of Computer-Mediated Communication, 29(5), zmae013. https://doi.org/10.1093/jcmc/zmae013

Abstract der Autor:innen

A much-discussed solution for undesirable (over-)use of mobile technologies lies in digital disconnection. Reasons for why individuals reduce their digital media use have been assessed mostly cross-sectionally without accounting for various disconnection practices across everyday situations. This study focuses on three motivations to disconnect that can vary between situations: to (a) avoid distractions, (b) improve wellbeing, and (c) be more present. A 14-day experience sampling study with 230 young adults (Mage = 25.31, SD = 4.50) yielded 7,360 situations of disconnective behavior. Multilevel regression analyses show that motivations to avoid distractions and to be more present were relevant for disconnection on the situational level. However, a person’s average level of these motivations did not predict disconnective behavior. The wellbeing motivation was not associated with disconnection either between or within participants. Additional analyses explore variations across time and different levels of digital disconnection.

Open Science

Präregistrierung: https://osf.io/285hs

Open Data/Materials: https://osf.io/486aq/

Forschungsfragen und Hypothesen

Within-Person-Level:

  • H1a: Eine höhere Motivation, Ablenkungen zu vermeiden, hängt innerhalb von Personen mit mehr Disconnection-Verhalten zusammen.

  • H2a: Eine höhere Motivation, das Wohlbefinden zu steigern, hängt innerhalb von Personen mit mehr Disconnection-Verhalten zusammen.

  • H3a: Eine höhere Motivation, offline präsent zu sein, hängt innerhalb von Personen mit mehr Disconnection-Verhalten zusammen.

  • RQ1: Unterscheiden sich die Zusammenhänge zwischen den Digital-Disconnection-Motivationen und situativem Disconnection-Verhalten je nach Ebene (Gerät, App, Feature, Interaktion, Inhalt)?

  • RQ2: Bestehen zeitverzögerte Zusammenhänge zwischen Digital-Disconnection-Motivationen und Disconnection-Verhalten?

Between-Person-Level:

  • H1b: Eine höhere Motivation, Ablenkungen zu vermeiden, hängt zwischen Personen mit mehr Disconnection-Verhalten zusammen.

  • H2b: Eine höhere Motivation, das Wohlbefinden zu steigern, hängt zwischen Personen mit mehr Disconnection-Verhalten zusammen.

  • H3b: Eine höhere Motivation, offline präsent zu sein, hängt zwischen Personen mit mehr Disconnection-Verhalten zusammen.

Studiendesign und Feldzeit

  • Quasi-ESM (die Fragen bezogen sich auf die zurückliegenden zwei Stunden vor der Alarmierung) – mit fünf Protokollen pro Tag, die zufällig zwischen 9.00 und 21.00 Uhr ausgelöst wurden (mit mindestens 2 h 15 min Abstand zwischen den Protokollen). Die Protokolle mussten innerhalb von 15 min nach der Alarmierung ausgefüllt werden.

  • Feldzeit: 14 Tage

Technische Aspekte

Die Studie wurde mit der App movisensXS durchgeführt, die die Teilnehmer:innen auf den eigenen Smartphones installierten.

Teilnehmer:innen

  • Zielgruppe: Androidnutzer:innen zwischen 18 und 35 Jahren (32 % männlich, 66 % weiblich, 1 % divers, MAlter = 25,31, SD = 4,50)

  • Erhebungsland: Deutschland

  • Rekrutierung: über das Access Panel von SoSci Survey und über Studierenden-E-Mail-Verteiler

  • Strategie der Stichprobenziehung: Convenience Sample

Fallzahlen

  • Begründung der Stichprobengröße: Verfügbare Ressourcen

  • Personenstichprobe: 230 (nach Bereinigung)

  • Situationsstichprobe: Von den 16.100 Alarmierungen (230 Teilnehmer:innen mit je 70 Alarmierungen) wurden 12.160 beantwortet (Compliance 76 %)

Protokoll

  • Ausfülldauer: keine Angaben

  • Anzahl Fragen/Items: 13

  • Zentrale Variable(n):

    • Digital-Disconnection-Verhalten

    • Digital-Disconnection-Motivationen

Briefing und Motivation der Teilnehmer:innen

  • Briefing: Die Teilnehmer:innen wurden angewiesen, ihr Disconnection-Verhalten während der Studienzeit nicht zu verändern.

  • Betreuung während der Feldzeit: keine Angaben

  • Incentivierung: Die Teilnehmer:innen erhielten einen Gutschein von 15 Euro, wenn sie mindestens 60 % der Protokolle beantworteten. Zusätzlich erhielten sie eine tägliche Zusammenfassung der eigenen Antworten und eine Zusammenfassung der Studienergebnisse.

Datenaufbereitung

  • Zentrierung der Prädiktoren

Auswertung

  • Deskriptive Analysen

  • Mehrebenenanalysen mit Zusammenhänge zwischen Digital-Disconnection-Motivationen und Digital-Disconnection-Verhalten im selben Protokoll sowie ein und zwei Protokolle später

Ergebnisse

✅ H1a: Eine höhere Motivation, Ablenkungen zu vermeiden, hängt innerhalb von Personen mit mehr Disconnection-Verhalten zusammen.

❌ H2a: Eine höhere Motivation, das Wohlbefinden zu steigern, hängt innerhalb von Personen nicht mit mehr Disconnection-Verhalten zusammen.

✅ H3a: Eine höhere Motivation, offline präsent zu sein, hängt innerhalb von Personen mit mehr Disconnection-Verhalten zusammen.

  • RQ1: Es zeigen sich unterschiedliche Zusammenhänge zwischen den Digital-Disconnection-Motivationen und situativem Disconnection-Verhalten je nach Ebene (Gerät, App, Feature, Interaktion, Inhalt) und innerhalb vs. zwischen Personen.

  • RQ2: Ja, es bestehen zeitverzögerte Zusammenhänge zwischen Digital-Disconnection-Motivationen und Disconnection-Verhalten: höhere Motiationen führen auch 2-3 Stunden später zu mehr Disconnection-Verhalten.

❌ H1b: Eine höhere Motivation, Ablenkungen zu vermeiden, hängt zwischen Personen nicht mit mehr Disconnection-Verhalten zusammen.

❌ H2b: Eine höhere Motivation, das Wohlbefinden zu steigern, hängt zwischen Personen nicht mit mehr Disconnection-Verhalten zusammen.

❌ H3b: Eine höhere Motivation, offline präsent zu sein, hängt zwischen Personen nicht mit mehr Disconnection-Verhalten zusammen.

Besonderheiten

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